Am 21. März 2024 ist Bezirksevangelist Artur Raff aus dem früheren Ältestenbezirk Göppingen nach einem erfüllten Leben, aber doch überraschend im Alter von 91 Jahren in Frieden heimgegangen.
Artur Raff wurde am 04.09.1932 in Göppingen geboren. Er empfing als Jugendlicher am 08.12.1948 durch Bezirksapostel Georg Schall das Sakrament der Heiligen Versiegelung. Schon bald und gern stellte er sich zur Mitarbeit in der Neuapostolischen Kirche zur Verfügung, insbesondere in der Jugendarbeit. Im Jahr 1954 erhielt er seinen ersten Amtsauftrag als Diakon, 1955 wurde er im Alter von knapp 23 Jahren zum Priester ordiniert. Ab 1961 übernahm er Verantwortung in der Gemeindeleitung von Göppingen, zunächst als Evangelist, ab 1966 als Hirte und ab 1968 als Gemeindevorsteher. Ab 1981 wirkte er als stellvertretender Bezirksvorsteher im Kirchenbezirk Göppingen, einige Jahre als auch Gesamtbeauftragter der rumänischen Sprachgruppe in Süddeutschland. Bezirksevangelist Raff diente über 43 Jahre als Amtsträger, bis ihn Bezirksapostel Saur am 12.02.1998 in Göppingen in den Ruhestand versetzte.
Jeweils über 20 Jahre betreute er die Konfirmanden und die Jugend. Mit fast allen Mitgliedern im Kirchenbezirk verband ihn eine persönliche Beziehung, hatte er doch in seiner Amtstätigkeit eine Vielzahl von Taufen, Trauungen, Hochzeitsjubiläen und Trauerfeiern durchgeführt. Dazu kamen unzählige Seelsorgebesuche und -gespräche. Auch im Ruhestand suchte er noch regelmäßig die Verbindung zu den Anvertrauten, indem er ihnen an Geburtstagen und zu besonderen Jubiläen seine Glückwünsche übermittelte. Legendär war außerdem sein Datengedächtnis, als „Bezirkschronist“ hatte er ein umfassendes Wissen über die Geschichte des Kirchenbezirks und vergaß keinen Gedenktag.
Auch in den Gemeinden Reutlingen-Gönningen und Dußlingen, denen er nach seinem Ruhestand angehörte, war er, solange es seine Kräfte erlaubten, auch im fortgeschrittenen Alter noch für die Kirche aktiv, u.a. in der Seniorenarbeit. Sein Gesundheitszustand macht es erforderlich, dass er ab Herbst 2023 wieder in den Kirchenbezirk, ins Pflegeheim nach Uhingen, zurückkehrte, wo er sich bei klarem Verstand bis zum Schluss noch über viele Begegnungen mit seinen Glaubensgeschwistern freuen konnte.
Bezirksapostel Michael Ehrich führte am 6. April in der Kirche in Göppingen den Trauergottesdienst durch, der auch per Livestream übertragen wurde. Er wurde begleitet von den Aposteln Bauer und Volker Kühnle (i.R.) sowie den Bischöfen Grauer und Keck. Seinem Dienen legte er den Bibeltext aus 1. Thessalonicher 1, 2.3 zugrunde: „Wir danken Gott allezeit für euch alle und gedenken euer in unseren Gebeten und denken ohne Unterlass vor Gott, unserm Vater, an euer Werk im Glauben und an eure Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus.“ Er würdigte den Heimgegangenen als Vorbild des Glaubens in seiner Familie und in der Gemeinde. Jedes Werk in seiner Amtstätigkeit sei ein Werk des Glaubens gewesen, das im Gedenkbuch Gottes festgehalten sei. Er habe aber in seinem Dienen auch immer wieder das Doppelgebot der Liebe erfüllt und dafür auch persönliche Interessen zurückgestellt. Seine Hoffnung sei unter anderem dadurch unter Beweis gestellt worden, dass er – obwohl er beide Ehefrauen nach schwerer Krankheit früh in die Ewigkeit abgeben musste -, nicht aufgehört habe, das Evangelium als Botschaft der Hoffnung zu verkündigen. Die so gewachsenen Verbindungen der Liebe könne auch der Tod nicht zerstören. Der Bezirksapostel schloss mit den Worten: „Artur Raff ist jetzt in der Liebe und Güte Gottes geborgen und der Friede, der jetzt in seinem Herzen ist, möge auch unsere Herzen erfüllen“.
Bischof Grauer und Apostel Bauer erinnerten in ihren Predigtbeiträgen in Dankbarkeit an manche Begegnung mit dem Heimgegangenen und stellten die verheißene ewige Gemeinschaft mit Gott und das dortige Wiedersehen als unsere Glaubensgewissheit und Zukunftshoffnung in den Mittelpunkt.
Eine große Trauergemeinde erwies Bezirksevangelist i.R. Raff die letzte Ehre und sprach anschließend der Trauerfamilie ihre herzliche Anteilnahme aus. Ein Chor mit Sängern aus dem ganzen Kirchenbezirk gab durch den einfühlsamen Vortrag von Liedern, zu denen der Heimgegangene einen besonderen Bezug gehabt hatte, der Trauerfeier eine würdige Umrahmung.