Gottesdienst mit den Gemeinden Adelberg und Göppingen am 15. Oktober 2025 in Süßen.
Süßen – In einer Zeit, in der Konflikte allzu schnell entbrennen, hat Bischof Jürgen Gründemann am Mittwoch, den 15. Oktober 2025, in Süßen zu einem besinnlichen Gottesdienst eingeladen. Gemeinsam mit den eingeladenen Gemeinden aus Adelberg und Göppingen widmete sich der Bischof einem zutiefst aktuellen Thema: dem friedlichen Miteinander trotz Spannungen und Meinungsverschiedenheiten.
Im Mittelpunkt der Predigt stand ein Wort aus dem Alten Testament, das eine eindrucksvolle Haltung beschreibt:
„Da sprach Abram zu Lot: Es soll kein Zank sein zwischen mir und dir und zwischen meinen und deinen Hirten; denn wir sind Brüder.“ (1. Mose 13,8)
Bischof Gründemann zeichnete das biblische Bild zweier wohlhabender Männer – Abram und Lot – nach, deren Hirten in Streit gerieten, weil Weideland und Wasser knapp wurden. Trotz seines Vorrechts als Älterer überließ Abram seinem Neffen die Wahl des Landes. Eine Entscheidung aus tiefem Vertrauen heraus: „Gott hat mir versprochen, dass er für mich sorgen wird.“
Diese Haltung, so der Bischof, sei beispielhaft für den Umgang mit Konflikten: Verzicht statt Rechthaberei, Vertrauen statt Angst. „Einander in Frieden und Harmonie zu begegnen ist nicht immer leicht“, so Gründemann. Doch die Bibel gebe klare Impulse für solche Situationen:
Vergebung: Siebenmal siebzigmal – ohne aufzurechnen.
Nicht vergelten: Dem Bösen nicht mit Bösem begegnen, sondern mit Gutem.
Abstand: Wenn ein Gegenüber nicht zur Versöhnung bereit ist, könne auch bewusste Distanz ein Weg des Friedens sein.
In einem ergänzenden Wortbeitrag betonte Priester JP Heim die innere Haltung, die es braucht, um nicht in Streit und Gegnerschaft zu verfallen: „Über den Dingen stehen, nicht abgehoben sein – das heißt: vom Irdischen geschieden, vom Ewigen erfüllt.“
Der Gottesdienst in Süßen war mehr als ein liturgisches Ereignis – er war ein stiller Aufruf zur Umkehr, zur Demut und zur Bereitschaft, das Verbindende über das Trennende zu stellen.