Bezirksevangelist Ralph Mattes leitete am 1. Weihnachtsfeiertag 2025 den Gottesdienst in der weihnachtlich geschmückten Kirche in Göppingen, der musikalisch feierlich umrahmt wurde.
Mitgewirkt hat dabei neben Gemischtem Chor und Orgel traditionsgemäß auch das Blechbläserquartett aus der Gemeinde. Bereits vor dem Gottesdienst erfreuten die Spieler von der Empore aus die Gottesdienstteilnehmer durch weihnachtliche Weisen und leiteten mit „Carol of the bells“ auch die Predigt ein. Nach der Begrüßung und Segenswünschen durch den stellvertretenden Bezirksvorsteher erfolgte wie immer an den christlichen Hochfesten eine Bibellesung, dieses Jahr die Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2.
Mit dem Liedvortrag „Hört der Engel helle Lieder“ setzte der Chor anschließend ein Ausrufezeichen hinter die gute Nachricht „Euch ist heute der Heiland geboren“, wie es Bezirksevangelist Mattes zu Beginn seiner Predigt formulierte. Er verwies darauf, dass das Weihnachtsfest für viele Menschen auch jenseits der Religiosität ein besonderes Fest darstelle, für uns als Christen aber existentiell sei. Das Festhalten an der Weihnachtsgeschichte schaffe in unserem Leben Grund, Kraft und Beispiel in einer Zeit, in der das gesprochene Wort oft schon am Folgetag keinen Wert mehr habe. Mit Bezug auf den Bibeltext aus Philipper 2, 5,7, in dem ausgeführt wird, dass Christus in allem Gott gleich war, daran aber nicht zwanghaft festhielt, sondern alle Vorrechte aufgab, um Mensch in dieser Welt zu werden und das Leben der Menschen zu teilen, verwies der Bezirksevangelist darauf, dass dies der finale Beweis der vollkommenen und versöhnenden Liebe Gottes sei. Wenn wir diese manches Mal auch in Frage stellten, zeige uns das Leben Jesu doch, dass Leid und Kreuz nicht das Ende seien. Wir sind immer noch auf dem Weg Christi unterwegs, der eine Zukunft hat und auf diesem Weg stelle sich uns die Frage, wie wir die Liebe Christi am besten erwidern können. In einer Zeit, in der die an sich wichtige Selbstbetrachtung eine übersteigerte Form angenommen habe, gelte es, die Augen zu öffnen, um auch die Not des Nächsten zu sehen. Unsere Liebe zu Gott bemesse sich dabei stets an unserer Liebe zum Nächsten. Manchmal entstünde der Eindruck, man könne als Einzelner gar nichts tun. Dem stellte Bezirksevangelist Mattes abschließend den Aufruf entgegen: Wir können sehr wohl der Menschen Freund sein, indem wir ein offenes Herz und eine wachsame Seele haben, um die Bedürfnisse des Anderen zu erkennen.
In seinem Predigtbeitrag bezog sich Priester Richter auf den Begriff „Hürden“ aus der Weihnachtsgeschichte, der eine Schutzumzäunung beschreibt, die auch als Sinnbild der Gemeinschaft verstanden werden kann. Diese Gemeinschaft gelte es so zu leben, wie es im ersten Satz des Bibelwortes in einer neueren Übersetzung heißt: „Habt im Umgang miteinander stets vor Augen, was für einen Maßstab Jesus Christus gesetzt hat.“ Dieser Maßstab sei und bleibe die Liebe.
Priester Jan-Philip Heim griff in einer weiteren Ko-Predigt ebenfalls den Begriff der Liebe auf. Liebe wolle wohl alle einschließen, sie gebe aber auch den Impuls, manches für sich auszuschließen, wenn es den Nächsten verletzen könne. Im Hinblick auf den Gedanken, die Liebe mit dem Nächsten zu teilen, zitierte er sinngemäß die drei Wünsche eines jungen Christen, die dieser trotz eines schweren Unfalls mit Querschnittslähmung in seinem Leben priorisierte: In den Himmel zu kommen, möglichst vielen Menschen behilflich zu sein, auch in den Himmel zu kommen und immer wieder nach Möglichkeiten zu suchen, schon heute ein Stück Himmel auf Erden zu schaffen.
Als Eingangs-, Zwischen-, Buß- und Abendmahlslied wurden durch die Gemeinde wohlvertraute Weihnachtschoräle zum Vortrag gebracht. Nach der Feier des Heiligen Abendmahls, Schlussgebet und Schlusssegen ertönte nochmals kraftvoll die Orgel mit einer Bearbeitung von „Herbei, o ihr Gläubigen“. Jeder Gottesdienstteilnehmer erhielt zum Abschied einen süßen Engel und einige wertvolle Gedanken zur Weihnachtszeit zum Mitnehmen. Die Verabschiedung wurde vom Treppenaufgang aus nochmals durch mehrere Vorträge des Bläserquartetts begleitet.