Das Ehejubiläum, das Diakon i.R. Alfred Dancke (96) und seine Frau Elfriede (93) am 18. Januar 2026 in der Kirche Göppingen feiern konnten, ist so selten, dass es in vielen Registern von politischen und kirchlichen Gemeinden gar nicht vorgesehen ist: Die beiden empfingen den Segen zur Kronjuwelenhochzeit und dürfen damit auf 75 Jahre gemeinsamen Lebens zurückblicken. Der Segen, den ihnen der stellvertretende Bezirksvorsteher, Hirte Wolfgang Kienle, übermittelte, war somit der siebte, den sie zu ihrem Ehebund am Altar Gottes empfangen konnten.
Apostel Keck hatte dem Hirten zu diesem Festgottesdienst einen besonderen Bibeltext mitgegeben, der in Jesaja 41, 10 steht: „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“
Die Gemeinde sang zu Beginn des Gottesdienstes „Großer Gott, wir loben dich“, während Chor und Klavier den Predigtteil mit dem Liedvortrag von „Du, dessen Name heilig ist“ einleiteten. Damit war bereits eine Atmosphäre besonderer Dankbarkeit geschaffen. Hirte Kienle verwies auf die Nähe des Bibeltextes zum diesjährigen Jahresmotto und unterstrich, dass die Liebe in der Lage sei, jegliche Furcht zu besiegen. Das Jubelpaar habe in seinem langen Glaubensleben aus der Fülle Gottes immer wieder Gnade um Gnade nehmen können. Er verwies beispielhaft auf die Gnade der Nähe Gottes in Wort und Sakrament, auf die Gnade, Gott ihm Gebet nahe sein zu können, die Gnade mancher Glaubenserlebnisse und die Gnade der Bewahrung über 75 Jahre. Die beiden Eheleute seien nach eigenem Bekunden zwar in ihrem Naturell recht unterschiedlich, die Liebe und der gemeinsame Glaube habe aber immer wieder dafür gesorgt, dass man aufeinander zugegangen sei und gemeinsame Lösungen gefunden habe. Mit Bezug auf das Bild der rechten Hand zeigte der Hirte auf, dass die beiden Eheleute gleich Kindern an einer vielbefahrenen Kreuzung in schwierigen Situationen immer die Hand des himmlischen Vaters erfasst haben, aber auch vorwärts gegangen seien, wenn Gott die Ampel auf Grün geschaltet habe. So hätten beide auch Beispiel für die ganze Gemeinde gegeben.
Der stellvertretende Gemeindevorsteher Priester Richter wies in seinem Predigtbeitrag darauf hin, dass das Bibelwort nicht im Konjunktiv geschrieben sei und die Zusagen Gottes an bestimmte Voraussetzungen binden würde. Die Liebe Gottes sei bedingungslos. So gelte das Textwort in allen Lebenssituationen, bei Tag und Nacht.
Evangelist Wysotzki, Vorsteher der ebenfalls eingeladenen Kirchengemeinde Süßen, der das Kronjuwelenpaar in der Gemeinde Bartenbach auch einige Jahre seelsorgerisch begleitet hatte, stimmte die Gemeinde anschließend auf die Feier des Heiligen Abendmahls ein. Auch er stellte den Dank für die erwiesene Gnade und Liebe Gottes ins Zentrum seiner Ausführungen und rief dazu auf, sich darüber zu freuen.
Nach der gemeinsamen Abendmahlsfeier leitete der Chor mit dem Lied „Du warst in den durchlebten Tagen mit deiner Hilfe stets mir nah“ über zur Segenshandlung für das Kronjuwelenpaar. Hirte Kienle stellte dieser nochmals ein Jesajawort voran, das er ebenfalls vom Apostel erhalten hatte: „Auch bis in euer Alter bin ich derselbe, und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet. Ich habe es getan; ich will heben und tragen und erretten“ (Jesaja 46,4). Er betonte, dass das Jubelpaar gerade auch in schwierigen Lebensphasen von der Liebe Gottes getragen worden war und übermittelte ihm anschließend neu göttlichen Segen zu ihrem gemeinsamen Lebensweg.
Nachdem der Chor mit Klavierbegleitung abschließend musikalisch die Wiederkunft Christi besungen hatte, war es vielen Gottesdienstteilnehmern ein Bedürfnis, dem Ehepaar Dancke herzliche Segenswünsche zu ihrem besonderen Festtag auszusprechen.