Was ursprünglich als großes Konzert in der Kirchheimer Stadthalle geplant war, fand am 1. Februar 2026 schließlich in der Martinskirche statt – und erwies sich im Nachhinein als Glücksfall. Die kurzfristige Verlegung bot nicht nur eine stimmungsvolle Atmosphäre, sondern auch eine Akustik, die sowohl dem Musikverein Lindorf (MVL) mit ca. 40 Akteuren als auch dem Projektchor der Neuapostolischen Kirche Ötlingen mit ca. 30 Sängerinnen und Sängern zugutekam.
Im Laufe des abwechslungsreichen Konzerts faszinierten das Orchester und der Projektchor sowohl getrennt als auch im gemeinsamen Musizieren. So überzeugte das Orchester mit den Stücken Olympic Fanfare and Theme (John Williams) und Pacific Dreams (Jacob de Haan), mit denen es das Konzert schwungvoll einleitete. Auch die Seagate Overture (James Swearingen), durch das Orchester mit Enthusiasmus vorgetragen, begeisterte die Zuhörer.
Der Projektchor berührte mit dem Acapella-Stück Nearer my God to Thee (Lowell Mason arr. James L. Stevens) tief die Herzen der Zuhörer. Dazu trug insbesondere auch die Solistin mit ihrer ausdrucksstarken Stimme bei. Mit sprichwörtlich viel Power wurden vom Projektchor außerdem die Gospel-Songs Power (Myrna Summers arr. Peter Sandwall) und Lord Reign in me (Brenton Brown) intoniert, rhythmisch kongenial getragen von Klavier und Schlagzeug.
Den Höhepunkt des Abends bildeten die gemeinsamen Darbietungen von Chor und Orchester. Für die Liebhaber der klassischen Musik waren sicherlich der Gefangenenchor aus der Oper Nabucco von Giuseppe Verdi und das O Fortuna aus der Carmina Burana von Carl Orff, beides von Chor und Orchester kraftvoll gestaltet, ein musikalischer Leckerbissen. Bei den bekannten Pop-Songs The Living Years (Mike Rutherford und B.A. Robertson) und Fly with me (Stefan Nilsson) harmonierten Chor, Solistinnen und Orchester hervorragend zusammen. Die Solistinnen zogen hierbei mit ihren wunderschönen Stimmen die Zuhörer in ihren Bann.
Den krönenden Abschluss des Konzerts bildete die gemeinsame Darbietung von Baba Yetu (Christopher Tin arr. Henk Ummels), dem in Suaheli vertonten Vaterunser. Die eindrucksvolle Komposition entfaltete in der Kirchenakustik eine besondere Tiefe und wurde durch den begeisternden Solisten zusätzlich veredelt.
Das Publikum in der voll besetzten Martinskirche zeigte sich spürbar ergriffen. Nach stehenden Ovationen ließen die Zuhörerinnen und Zuhörer die Mitwirkenden nicht ohne Zugaben von der Bühne. Mit We Are the World und einer erneuten, energiegeladenen Interpretation von Baba Yetu fand der Abend einen emotionalen Abschluss.