Zu einem der höchsten christlichen Feiertage kam Bischof Jürgen Gründemann am Karfreitag, 3. April 2026, nach Göppingen und feierte mit der Regionalgruppe Hohenstaufen und der Gemeinde Voralb Gottesdienst.
Dieser wurde dem Anlass entsprechend vom Gemischten Chor, in dem sich Sänger der eingeladenen Gemeinden zusammengefunden hatten, und dem Göppinger Bläserensemble in feierlicher Weise musikalisch umrahmt. Als biblische Grundlage der Predigt diente ein Wort aus Johannes 19, 30: „Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und neigte das Haupt und verschied“. In seinen Willkommensworten an die Gemeinde betonte der Bischof, entscheidend sei an diesem Tag die Beziehung, die jeder einzelne persönlich zum Karfreitagsgeschehen habe. Dieses wurde im Anschluss nochmals besonders durch eine Bibellesung beleuchtet, die der Passionsgeschichte des Markusevangeliums entnommen war.
In seiner Predigt zeigte der Bischof zunächst auf, wie verlassen sich Jesus in dieser Situation gefühlt haben mag, zumal er von seiner Umgebung auch noch verspottet wurde. Es sei deshalb immer wieder empfehlenswert, sich dankbar und demütig mit dem zu befassen, was der Sohn Gottes für uns und die Menschen aller Zeiten getan habe. Wichtig sei aber im Jetzt und Heute, was das Wort „Es ist vollbracht“ für uns bedeute. Was damals geschehen ist, erfolgte nach dem Willen des dreieinigen Gottes und war Ausdruck der vollkommenen Liebe Christi. So gelte es auch für uns, den Willen Gottes anzunehmen. Dazu müsse man den Gedanken sinnbildlich kreuzigen, für alles eine Erklärung bekommen zu wollen, was wir in unserem Leben erleben müssen. Vielmehr gelte es aber, in allen Situationen die Liebe, die Jesus in vollkommener Weise vorgelebt hat, Gott gegenüber zu erwidern und auch für den Nächsten erfahrbar zu machen. Dann würde einmal auch am Ende unseres Glaubenswegs ein „Es ist vollbracht“ stehen.
Bezirksvorsteher Heiko Stähle zeigte in seinem Predigtbeitrag auf, dass wir oft biblische Ereignisse beschreiben und daraus Aufgaben für unser Leben ableiten wollen. Das Karfreitagsgeschehen sei aber so erhaben, dass wir bei der Beschäftigung damit nur erkennen könnten, dass sich in diesem Augenblick die vollkommene Liebe Gottes offenbart habe. Es war allein der Augenblick Jesu Christii, in dem er alles gegeben hat. Das göttliche Handeln sei in diesem Geschehen so groß gewesen, das der Mensch nichts dazu beitragen konnte. Für uns sei aber heute der Augenblick, um in Liebe, Dankbarkeit und Demut aufs Kreuz zu blicken und das wirken zu lassen.
Mit dem Gleichnis Jesu vom Hochzeitsmahl leitete der Bischof zur Sündenvergebung und zur Feier des Heiligen Abendmahls über. Es gelte, gerade an diesem Tag diese besonderen Augenblicke im Gottesdienst dazu zu nutzen, innerlich umzukehren und das neue Leben in Christo anzunehmen.
Ruhige Orgelmusik begleitete die gemeinsame Abendmahlsfeier, ehe sich die Gemeinde zum Schlussgebet zusammenfand. Mit dem Liedvortrag „Nur noch eine kleine Weile“ setzte das Bläserensemble den musikalischen Schlusspunkt. Abschließend wünschte der Bischof den Gottesdienstteilnehmern ein gesegnetes Osterfest und nahm sich noch die Zeit, um sich persönlich von ihnen zu verabschieden.