Ökumenischer Stationengottesdienst in Adelberg.
Gemeinsam feierten die Christen der Neuapostolischen Kirche, der Evangelischen Kirche und der Katholischen Kirche am Sonntag, 13. Oktober 2024 in Adelberg einen ökumenischen Stationengottesdienst. Der Grundgedanke war, dass die Teilnehmer miteinander von Kirche zu Kirche – von Station zu Station – wanderten und in allen drei Kirchen gemeinsam Andachten gefeiert wurden. Start war um 14 Uhr an der Neuapostolischen Kirche in der Küferstraße 6, danach ging es weiter zur Katholischen Ulrichskapelle im Kloster
Adelberg und von da zur Evangelischen Dorfkirche.
Als Rahmen für die drei Andachten diente eines der sieben Ich-bin-Worte Jesu: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ (Joh. 14, 6).
Nach einem gemeinsam gesungenen Lied „Jesus, ich komme zu dir“ griff Priester Samuel Feller, Gemeindevorsteher der Neuapostolischen Gemeinde in Adelberg, den ersten Teil des Ich-bin-Wortes auf: „Ich bin der Weg!“ Viele Wege führen nach Rom, aber nicht alle ins Himmelreich. Jesus kam als unscheinbares Kind einer Jungfrau auf die Erde und beschritt schon damit einen außergewöhnlichen Weg. Er bot den Menschen durch den Wandel von einem strafenden zu einem liebenden Gott einen völlig neuen Weg, der zu ewigem
Heil und ewigem Leben führen kann. Essentiell ist, dass wir uns selbst entscheiden müssen, welchen Weg wir gehen.
Nach der Wanderung zur Katholischen Ulrichskapelle griff Gemeindereferentin Maria Rupp den zweiten Teil des Ich-bin-Wortes auf: „Ich bin die Wahrheit!“ In einer Klangreise führte sie die Zuhörer in ihr eigenes Inneres. Was bedeutet mir Wahrheit und wie gehe ich damit um? Die Teilnehmer zündeten je eine Kerze an und beteten zum Abschluss den bekannten Irischen Segenswunsch: „Möge dein Weg dir freundlich entgegenkommen, möge
der Wind dir den Rücken stärken. …“
Nach dem Gang zur Evangelischen Dorfkirche und einem gemeinsam gesungenen Lied widmete sich Pfarrer Tilmann Schühle dem dritten Teil des Ich-bin-Wortes: „Ich bin das Leben!“ Er berichtete von einer Umfrage an einer schweizerischen Hochschule „Was ist Leben?“ Je nach Fakultät kamen wissenschaftlich fundierte Antworten aus Biologie, Neurologie, Technik, usw.. Doch was meint Jesus mit der Aussage „Ich bin der Weg“? Pfarrer Schühle führte aus, Leben sei Beziehung. Beziehung unter Menschen, die miteinander leben, aber auch Beziehung zu Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist. Es liegt am einzelnen Menschen, Beziehung zu Menschen und zu Gott zuzulassen. Nach einem gemeinsamen Unser Vater beendete Pfarrer Schühle den ökumenischen Stationengottesdienst mit einem gemeinsamen Gebet und einem Segen.
Im Anschluss gab es die Möglichkeit, noch im evangelischen Gemeindehaus bei Kaffee und Kuchen zusammen zu bleiben und sich auszutauschen. Das übereinstimmende Resümee der Teilnehmer war Dankbarkeit, dass der ökumenische Stationengottesdienst mit den sich ergänzenden Andachten möglich geworden war und der Wunsch nach einer Wiederholung.