„Was gibt es Schöneres, als an einem Ostersonntag als Gemeinde zusammenzukommen, gemeinsam die Auferstehung Jesu zu feiern und dann noch die Freude zu haben, eine Doppeltaufe erleben zu können?“ Mit diesen Worten leitete Bezirksvorsteher Heiko Stähle am Sonntag, den 20. April 2025, den Gottesdienst in der Kirche in Göppingen ein, der von Gemeindechor und Orgel feierlich umrahmt wurde.
Das Ostergeschehen nach Markus 16, 9.10 war die biblische Grundlage des Gottesdienstes; die an hohen kirchlichen Feiertagen übliche Bibellesung bezog sich auf die Schilderung in Matthäus 28. Hirte Stähle wies darauf hin, dass die Evangelien nicht immer deckungsgleich über die damaligen Geschehnisse berichten würden, unzweifelhaft stünde aber in allen die Botschaft im Mittelpunkt, dass Jesus Christus wahrhaftig auferstanden ist. Bezugnehmend auf den Bibeltext aus dem Markusevangelium zeigte der Bezirksvorsteher auf, wie Maria Magdalena den Herrn zunächst gesehen hat, ihn aber erst an seiner Stimme erkannte. In unserem Leben gäbe es auch Situationen, in denen wir nicht sehen, wie es weitergehen soll und nicht mehr erkennen, wo Gott im Moment zu finden ist. Er wünschte den Gottesdienstteilnehmern, dass sie Gott dann immer wieder an seiner Stimme erkennen können. Auch die Taufe zeige zwar sichtbar das Wasser als Symbolik, das Unsichtbare, was dabei an göttlichem Handeln geschehe, sei dem Auge aber verborgen. Als Maria schließlich Jesu erkannt hatte und seine Botschaft in ihrem Herzen angekommen war, war sie in der Lage, diese freudig weiterzutragen, auch wenn nicht alle ihr glaubten. Dazu erwähnte Hirte Stähle einen Impuls aus einer Osterandacht am Morgen: „Das Kreuz ist nicht gegeben, um Dinge zu nehmen, sondern um Dinge zu teilen.“ So könne der Gottesdienst auch nur wirken, wenn wir Jesus in unserem Herzen annehmen und dann bereit sind, seine Botschaft der Hoffnung mit anderen zu teilen.
Zu weiteren Predigtbeiträgen, die jeweils durch einen Liedvortrag des Chores eingeleitet wurden, wurden dann drei Geistliche aus der Gemeinde gebeten: Der Gemeindevorsteher, Evangelist Kölle, stellte ein Wort von Dietrich Bonhoeffer in den Mittelpunkt seiner Ausführungen: „Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln“. Priester Bürger wies auf die besondere Bedeutung der Stille hin, wie er sie am Morgen in der Osterandacht erlebt habe. Manchmal müsse es in uns auch erst stille werden, bevor wir die göttliche Botschaft im Glauben ergreifen können. Diakon Kästner unterstrich die christliche Aufgabe, das Evangelium zu verkünden, denn in Jesu habe sich alles vollendet, was über das göttliche Heil vorhergesagt worden war.
Mit dem Aufruf, die Dinge auch mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, leitete der Bezirksvorsteher zu den sakramentalen Handlungen über. Nach Opfergebet und Sündenvergebung spendete er den beiden Kindern der Familie Schlotz, einem Mädchen und einem Jungen, das Sakrament der Heiligen Wassertaufe, wodurch die Erbsünde abgewaschen und ein erstes Näheverhältnis zu Gott begründet wird. Den Eltern gab er stellvertretend für die Kinder den Bibeltext aus Josua 1,5 mit: „Ich lasse dich nicht im Stich, nie wende ich mich von dir ab.“
Anschließend feierte die Gemeinde zusammen das Heilige Abendmahl. Nach Gebet und Schlusssegen klang der festliche Gottesdienst mit einem in seiner Dynamik beeindruckenden Orgelvortrag von „Freut euch, ihr Christen“ aus.