Zum Gottesdienst am 3. August 2025 durfte die Gemeinde Göppingen besondere Gäste begrüßen: Eine ca. 40-köpfige Eltern-Kind-Gruppe aus dem Großraum Nagold, die in der nahegelegenen Jugendherberge Hohenstaufen das Wochenende verbrachte, besuchte den Sonntagsgottesdienst in der Göppinger Kirche.
Dies war für die urlaubsbedingt dezimierte Gemeinde eine echte Bereicherung, insbesondere durch die etwa 20 anwesenden Kinder, die sich separat zur Sonntagsschule zusammenfanden. Die Gäste trugen zu einer sehr aufgeschlossenen und freudigen Atmosphäre im Gottesdienst bei.
Priester Jan-Philip Heim leitete den Gottesdienst, dem als Tageswort die letzten beiden der zehn Gebote zugrunde lagen. Er verwies darauf, dass es dabei nicht um den erhobenen Zeigefinger ginge, sondern um den Rat, auf unsere Gedanken zu achten. Diese könnten wiederum zu Gefühlen führen, die in einem falschen Begehren mündeten. Es ginge darum, Gefühle, Gedanken und Wahrnehmung vom Heiligen Geist steuern zu lassen. Dann könne es zu einer gottwohlgefälligen Verwandlung in unserem Inneren kommen. Diese verglich er mit dem Entwicklungsprozess des Schmetterlings und rief dazu auf, sich immer mal wieder einen Rückzugsort im Kokon der Verbindung zu Gott zu schaffen. Dann würde gleich dem Schmetterling sich auch uns am Ende unseres Weges eine ganz neue Dimension erschließen. Solange dieses Ziel noch nicht erreicht sei, gelte es, in unserem Handeln über alles das Gesetz der Liebe zu stellen und mitzuhelfen, des Nächsten Last zu tragen.
Priester Andreas Bürger führte in seinem Predigtbeitrag aus, dass Begehren nicht per se etwas Schlechtes sei. Das Begehren, Gottes Willen zu tun und dem Evangelium Jesu nachzufolgen, sei durchaus positiv zu bewerten. Wo dieses vorhanden ist, werde man auf den Einfluss der Sünde achten und aus dem „Du sollst“ ein „Ich will“ machen.
Nachdem die Kinder zur Feier des Heiligen Abendmahls in die Gemeinde gekommen waren, wandte sich Priester Heim speziell auch an sie und bezog anschließend die Nagolder Gäste durch den Verweis auf ein Ereignis der dortigen Stadtgeschichte nochmals besonders in die Predigt ein.
Nach der gemeinsamen Abendmahlsfeier und dem Schlussgebet setzten die Kinder einen frischen Schlussakkord unter den besonderen Gottesdienst, indem sie das Lied „Schritt für Schritt, so geh ich meine Straße“ vortrugen und den Gottesdienstteilnehmern die Zusage mitgaben: „Gott geht mit, da kannst du sicher sein!“ Mit einem Erinnerungsfoto und einem Umtrunk in den Nebenräumen der Kirche klang die Begegnung der Nagolder und Göppinger aus.