Am 29. März 2024 kam Hirte Heiko Stähle zum ersten Mal in seinem neuen Auftrag als Bezirksvorsteher in die Kirche Göppingen, um mit den Gemeinden Göppingen und Maitis den Karfreitagsgottesdienst zu feiern.
Grundlage des Gottesdienstes war ein Bibeltext aus der Schilderung des Karfreitagsgeschehens im Markusevangelium: „Der Hauptmann aber, der dabeistand, ihm gegenüber, und sah, dass er so verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!“ (Markus 15, 39). Ergänzt wurde dies durch die an christlichen Hochfesten in der Liturgie vorgesehene Bibellesung zu Beginn des Gottesdienstes, die ebenfalls die Passion Jesu Christi zum Inhalt hatte, wie sie im 19. Kapitel des Johannesevangeliums niedergeschrieben ist.
Der Gottesdienst wurde durch den gemischten Chor mit besonderen Liedern der Passionszeit feierlich umrahmt, wie dem eingangs vorgetragenen „Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen?“.
Hirte Stähle zeigte in seiner Predigt auf, dass es nicht unbedingt die Siege sind, die uns in den Schoß fielen, die wir im Rückblick auf unser Leben als das betrachten, was uns am meisten vorangebracht hat, sondern die schwierigen Zeiten, vielleicht auch Niederlagen, in denen wir bestanden haben. So habe sich auch die vermeintliche Niederlage Christi am Kreuz im Nachhinein als größter Sieg herausgestellt. Er rief die Gemeinde dazu auf, am Kreuz stille zu stehen und in großer Dankbarkeit und stiller Freude dessen zu gedenken, was uns Jesus durch sein Opfer ermöglicht hat. Mit Bezug auf die vorgetragenen Bibeltexte verwies er darauf, wie Jesus über den Tod hinaus alle Menschen geliebt hat, Verbindungen geschaffen hat zwischen Gott und den Menschen, sich um seine Mitmenschen gekümmert und die Hoffnung auf das Paradies nicht aus den Augen verloren hat.
Priester Heim, der um einen Predigtbeitrag gebeten wurde, stellte den römischen Hauptmann als Beispiel dar, wie er sich trotz anderweitiger Verpflichtungen den Blick aufs Kreuz bewahrt hat und so Gott erkennen konnte. Er ermunterte die Versammelten dazu, sich bewusst Augenblicke im täglichen Leben zu schaffen, in denen wir das „Hamsterrad“ des Alltags verlassen und unseren Fokus auf das Kreuz richten. Jesus habe in seinem Verhalten einen bemerkbaren Kontrast zu seiner Umgebung gebildet. So gelte es auch für uns manches Mal, sich im Blick auf sein Vorbild vom Mainstream unserer Zeit abzuheben.
Anschließend fand sich die Gemeinde zur Feier des Heiligen Abendmahls zusammen, das an diesem Tag besonders als Gedächtnis- und Dankesmahl gefeiert wurde. Nach dem musikalischen Schlussvortrag verabschiedete Hirte Stähle sich gerne noch persönlich von den Gottesdienstteilnehmern.