Am Mittwoch, 21. Oktober waren die Gemeinden Schlierbach, Dettingen, Lenningen und Kirchheim zum Gottesdienst mit Bischof Gründemann nach Ötlingen eingeladen.
Bereits vor Beginn des Gottesdienstes stimmte der Chor die Gemeinde mit dem Lied „Anbetung will ich, Herr, dir bringen“ auf die bevorstehende Stunde ein. Nach dem Eingangslied „Ich bete an die Macht der Liebe“ griff der Bischof zu Beginn der Predigt einen Gedanken aus dem Chorlied „O Jesu, du seligste Ruh“ auf („… ich weiß ja zum Segen die Tür“): Jesus öffne uns immer die Tür zum Segen – es liege jedoch an uns, auch hindurchzugehen.
Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus Matthäus 22, 36–39 zugrunde (das höchste Gebot). Im Mittelpunkt der Betrachtung stand die untrennbare Verbindung zwischen der Liebe zu Gott und der Liebe zum Nächsten.
Der Bischof machte deutlich, dass sich die Liebe zu Gott im Halten seiner Gebote zeigt. Gottes Gebote schränken unsere Freiheit nicht ein, sondern geben unserem geistlichen Leben Halt und Orientierung – ganz so, wie einst die Gebote Gottes das Leben des Volkes Israel in Freiheit regelten.
Mit Blick auf den historischen Kontext des Bibelwortes betonte der Bischof, dass mit dem Gebot der Gottesliebe zugleich der Verweis auf das ewige Leben verknüpft ist. Während die Pharisäer und Sadduzäer der damaligen Zeit in ihren theologischen Auffassungen gefangen waren, eröffnet Jesus den Blick auf die Ewigkeit. Die Befolgung der Gebote aus Liebe zu Gott sei dabei nicht bloß eine Weiterentwicklung oder Selbsterziehung, sondern führe zur eigentlichen Verwandlung des Menschen mit dem Ziel, ewig bei Gott zu sein.
Zudem mahnte der Bischof zur Wachsamkeit bezüglich unseres Herzens: Viele Einflüsse und Strömungen versuchten heute, sich im Namen Gottes Zugang zu unserem Herzen zu verschaffen („Viele werden sagen: Hier ist Christus, oder da ist Christus! Glaubt es nicht!“). „Wer in mein Herz hinein will, muss sich mir vorstellen“, gab der Bischof den Glaubenden als Prüfstein mit. Nur was der Liebe Christi entspricht, darf Einzug halten.
Im Mitdienen vertiefte der stellvertretende Bezirksvorsteher Jens Neubert (Bezirk Heidenheim) den Gedanken der Nächstenliebe. Wer von seiner Liebe zu Gott spreche, zugleich aber nachtragend oder unfreundlich gegenüber seinem Nächsten sei, habe die göttliche Liebe noch nicht erfassen und übertragen können. Dies veranschaulichte er anhand des Gleichnisses vom Schalksknecht, dem zwar eine große Schuld erlassen wurde, der jedoch seinem Mitknecht nicht vergeben wollte.
Passend zu den Ausführungen erklang beim Ämterwechsel das Chorlied „Gott ist die Liebe“. Neubert erinnerte daran, dass dieses Lied auch bei einem Gottesdienst des Bezirksapostels in Geislingen gesungen worden war.
So blieb als zentrale Botschaft dieses Gottesdienstes bestehen: Die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten sind unverzichtbare zwei Seiten derselben Medaille. Wo wir Gottes Gebote als Orientierung annehmen, Vergebung praktizieren und unserem Nächsten in Liebe begegnen, wird christlicher Glaube im Alltag sichtbar.
Mit dem kraftvollen Chorlied „Jauchzet und singet“ fand der Gottesdienst seinen musikalischen Ausklang.