Letzter Gottesdienst in Köngen.
Köngen, 10. November 2024 – Ein historischer und emotionaler Moment für die Gläubigen der Gemeinde Köngen: Am heutigen Sonntag fand der letzte Gottesdienst in der Kirche von Köngen statt, durchgeführt von Bezirksvorsteher Heiko Stähle. Der Gottesdienst, der die offizielle Profanierung des Kirchengebäudes markierte, zog viele Gläubige an, darunter auch ehemalige Gemeindemitglieder, die eigens für diesen Anlass zurückkehrten, um Abschied zu nehmen.
Der Gottesdienst stand unter dem Wort aus Matthäus 24, 40-41: „Dann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird angenommen, der andere wird preisgegeben. Zwei Frauen werden mahlen mit der Mühle; die eine wird angenommen, die andere wird preisgegeben.“ Diese Verse gaben den Ton für die feierliche und zugleich nachdenkliche Atmosphäre des Abschieds.
Bezirksvorsteher Stähle eröffnete den Gottesdienst mit einem herzlichen Gruß an den früheren Bürgermeister Hans Weil und dessen Gattin sowie an Kirchengemeinderäte der hiesigen Kirchengemeinde. In seiner Predigt rief Stähle dazu auf, sich an die vielen schönen Erlebnisse und Ereignisse in der Kirche zu erinnern. „Denkt an die vielen schönen Ereignisse und großen Erlebnisse“, erinnerte er, und betonte, dass der Glaube an einem neuen Ort weitergelebt werden könne. „Es kommt darauf an, das Wort dort anzunehmen – denn dort habt ihr einen neuen Platz für euren Glauben.“
Der Gottesdienst wurde durch einen bewegenden Vortrag der Kinder und das Lied „Der Heiland sorgt für dich“ musikalisch untermalt, was viele der Anwesenden sichtlich berührte.
Der Gemeindevorsteher Yann Schmidhäußler ergänzte die Predigt mit einem eigenen Wortbeitrag. „Es fällt mir nicht ganz leicht, heute hier zu stehen“, bekannte er und bat die Anwesenden um Vergebung, wenn in der Vergangenheit Fehler passiert seien. „Lasst uns dankbar sein für alles, was in über 100 Jahren hier getan wurde. Behaltet alles, was wir in der Liebe zu Gott taten, in euren Herzen.“ Auch Bezirksvorsteher Stähle sprach seinen Dank für die Arbeit in der Gemeinde aus, die sowohl im Vordergrund als auch im Verborgenen geleistet wurde. Künftig sind die Gläubigen aus Köngen eingeladen, ihre Gottesdienste in der Kirchengemeinde Ötlingen zu besuchen. Der Ötlinger Gemeindevorsteher, Priester Steffen Bürk, lud die Gläubigen mit den Worten ein: „Lasst Gott in der Mitte eurer Herzen sein.“
Mit Tränen in den Augen und leiser Wehmut sprach eine langjährige Glaubensschwester, die in unmittelbarer Nähe der Kirche wohnt: „Ich hatte Hoffnung auf den Erhalt unserer schönen Kirche. Wir haben hier viel geschafft und uns eingebracht. Ich bin 90 Jahre alt und kann jetzt nicht mehr so einfach in den Gottesdienst.“ Diese Worte spiegelten die Gefühle vieler Gemeindemitglieder wider, die das Kirchengebäude als Mittelpunkt ihrer Gemeinschaft und als geistige Heimat empfunden hatten.
Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Besucher zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Die Gläubigen nutzten diese Gelegenheit, um sich auszutauschen, Erinnerungen zu teilen und den Tag würdig ausklingen zu lassen. Der Abschied von der Kirche in Köngen wird für viele ein schmerzlicher Einschnitt bleiben, doch die Hoffnung auf ein lebendiges Glaubensleben an einem neuen Ort verbindet die Gemeinschaft auch weiterhin.