„Der Heilige Geist sagt uns die Wahrheit“.
Westdeutschland/Wiesbaden. Stammapostel Schneider feierte den Gottesdienst zu Pfingsten 2025 in Wiesbaden. In den Mittelpunkt der Predigt stellte er die Wirkung des Heiligen Geistes. Er betonte: „Pfingsten ist ein Fest der Dankbarkeit und Freude.“
Anlässlich einer Bezirksapostelversammlung weilten die Internationalen Kirchenleiter eine Woche lang im Rhein-Main Gebiet. Höhepunkt war der Gottesdienst mit dem Stammapostel in Wiesbaden, in dem er seinen Nachfolger bekanntgab und ihn zum Helfer ernannte.
Grundlage für die Predigt im Pfingstgottesdienst war Johannes 16,13a: „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten.“
Der Heilige Geist sagt die Wahrheit über Gott
Als ersten Punkt ging Stammapostel Schneider im Gottesdienst auf die Bedeutung des Pfingstfests für die Christenheit ein. Er hob hervor, dass sich Gott im Heiligen Geist offenbare: „Seit Pfingsten ist Gott, der Heilige Geist, in der Kirche Christi tätig und verkündigt die Wahrheit Gottes.“ Diese Wahrheit beziehe sich vor allem auf Jesus Christus: „Wir erkennen Gott in Jesu Worten, Taten und Wesen.“
Er warnte vor einem verzerrten Gottesbild: „Der strafende Gott des Alten Testaments ist nicht unser Gott.“ Seit Jesus sei Gottes Wille im Evangelium sichtbar. „Hilfe und Erkenntnis kommen durch Christus – nicht durch Menschen oder übernatürliche Dinge.“
Die Wahrheit Gottes zielt auf das ewige Leben
Die Wahrheit des Heiligen Geistes richte sich nicht auf das Irdische: „Sie bezieht sich immer auf das ewige Leben.“ Der Stammapostel sprach von Gläubigen, die enttäuscht seien, wenn sich Hoffnungen nicht erfüllten – obwohl ihnen Trost zugesprochen wurde: „Manchmal ist das so. Manchmal sagt Gott: Ich habe etwas anderes vor.“
Das solle nicht zu Zweifel an Gott führen. Die zentrale Zusage bleibe: „Wer das macht, was Jesus Christus gelehrt hat, wird nie enttäuscht werden – er wird das ewige Leben erlangen.“
Das Evangelium Jesu Christi ist die Wahrheit
Angesichts zunehmender Verunsicherung von Menschen fragte der Stammapostel: „Was gilt heute noch als Wahrheit?“ Die Realität werde heute unterschiedlich dargestellt und interpretiert, sagte er. Es gebe viele Stimmen, viele Sichtweisen – und das führe zu tiefem Misstrauen: „Viele Menschen sind überzeugt: Man sagt uns nicht die Wahrheit – etwas ist dahinter versteckt.“
Die Folge sei, dass sich viele nur noch dort informierten, wo sie das hören, was sie ohnehin glauben wollen. Alles andere interessiere nicht. Das führe zu einer zunehmend gespaltenen Gesellschaft.
Dem hielt er eine klare Antwort entgegen: „Das Evangelium Jesu Christi, das ist die Wahrheit – unabhängig von Zeit und Kontext.“ Es biete eine verlässliche Perspektive auf Weltgeschehen, Mitmenschen, das eigene Leben und die Zukunft: „Wir sehen die Welt im Licht des Evangeliums. Wir orientieren unsere Entscheidungen, unser Leben nach dieser Wahrheit.“
„Der Geist sagt uns die Wahrheit über uns selbst“
Neben der Wahrheit über Gott und die Welt spreche der Heilige Geist auch die Wahrheit über den Menschen: „Der Heilige Geist macht uns unserer eigenen Fehlerhaftigkeit bewusst.“ Daraus werde deutlich: „Ohne Gnade kannst du nicht errettet werden.“
Doch das Wirken des Geistes sei nicht beschämend, sondern tröstlich: „Der Heilige Geist sagt uns auch: Gott liebt dich – genauso wie du bist, heute.“ Diese persönliche Zusage gelte jedem Einzelnen: „Du bist ein von Gott geliebtes Gotteskind.“
Gaben entdecken – durch das Tun des Willens Gottes
Der Stammapostel berichtet von einer Begegnung, in der Jugendliche fragten, wie sie ihre Gaben erkennen könnten. Seine Antwort: „Mach doch einfach, was Gott von dir verlangt.“ Wer sich auf Gottes Willen einlasse, werde entdecken, wozu er befähigt sei: „Dann wirst du merken: Ich kann es machen. Und du wirst in dir Gaben entdecken, die du gar nicht kennst.“
Entscheidend sei nicht das eigene Angebot, sondern die Bereitschaft, auf Gottes Auftrag zu hören: „Wenn ich sage: Gott, wie kann ich dir dienen? Dann bestimme ich den Dienst. Wenn ich aber frage: Was erwartest du von mir? – dann zeigt Gott mir den Weg.“
Wahrhaftigkeit als Zeichen echter Nachfolge
Ein letzter Schwerpunkt in der Predigt des Stammapostels war das Thema Wahrhaftigkeit. Heute verbrächten viele Menschen viel Zeit damit, sich selbst darzustellen, verwies der Kirchenleiter auf die Sozialen Medien. So etwas kenne schon die Bibel: „Die Menschen wollen den Menschen gefallen.“ Aber: „Der wahre Christ will Gott gefallen. Lasst uns unsere Zeit, Kraft und Energie nutzen, um in das Ebenbild Jesu Christi hineinzuwachsen.“
Er rief dazu auf, dem eigenen „Ja“ zu Gott im Konfirmationsgelübde treu zu bleiben: „Wir wollen wahrhaftige Nachfolger Jesu Christi sein und bleiben. Der Heilige Geist hilft uns, uns selbst zu erkennen – und er hilft uns, uns zu ändern.“ Dabei gehe es nicht um Perfektion, sondern um Entwicklung: „Der Heilige Geist will uns verwandeln, um Jesu Christi immer ähnlicher zu werden.“
Apostel Mutschler: „Pfingsten ist der Beginn der Sprache des Herzens“
In seinem Predigtbeitrag hob Apostel Helge Mutschler (Bezirksapostelhelfer in Nord- und Ostdeutschland) hervor, dass der Heilige Geist die Blickrichtung auf den Nächsten verändert. „Gott öffnet unsere Augen für unseren Nächsten“, sagte er und machte deutlich: „Der Heilige Geist sagt uns: Du hast nicht das Recht, deinen Nächsten herabzuwürdigen. Du hast nicht das Recht, Unterschiede zu machen. Deine Nächste, dein Nächster ist ein Geschöpf Gottes.“
Pfingsten sei für ihn ein starkes Zeichen der Einheit: „Der Geburtstag der Kirche ist das Ende der babylonischen Sprachverwirrung.“ Daraus leitete Apostel Mutschler einen klaren Auftrag ab: „Pfingsten ist der Beginn der Sprache des Herzens.“ Jeder solle im persönlichen Umfeld damit beginnen, in dieser Sprache zu sprechen: „Zu sagen: Du bist geliebt. Frieden zu stiften und dazu beizutragen, dass wir in einer gespaltenen Welt durch die Kraft des Heiligen Geistes Gutes tun.“
Bezirksapostel Deppner: „Gott disqualifiziert niemanden“
Bezirksapostel Michael Deppner (Kongo) wandte sich gegen ein Gefühl der Unzulänglichkeit, das gerade junge Menschen empfinden würden: „Sie haben diese Wahrnehmung, disqualifiziert zu sein.“
Doch Gottes Urteil sei anders: „Bei unserem himmlischen Vater sind wir nicht disqualifiziert – selbst wenn ich nicht immer die Wahrheit gesagt habe, selbst wenn ich es nicht geschafft habe, meine Versprechen zu erfüllen.“ Jeder könne sicher sein: “Mein himmlischer Vater liebt mich noch immer.“
Stammapostelhelfer ernannt
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls ernannte Stammapostel Schneider mit Apostel Helge Mutschler seinen Nachfolger zum Stammapostelhelfer. Nach langem Beten und Ringen sei er sich sicher, den von Gott erwählten Nachfolger im Amt gefunden zu haben: Apostel Mutschler werde Pfingsten 2026 zum Stammapostel ordiniert.
Von Wiesbaden in alle Welt
Der Gottesdienst mit Stammapostel Schneider wurde aus der Neuapostolischen Kirche in Wiesbaden per Livestream weltweit übertragen – in Gemeinden und über YouTube. Millionen Gläubige feierten mit.
Musikalisch gestaltete der Youth Celebration Choir, verstärkt durch den Bezirkschor Wiesbaden, den Gottesdienst mit. Die überwiegend jugendlichen Sängerinnen und Sänger hatten sich unter anderem an einem langen Probenwochende auf Pfingsten vorbereitet. Das hatte sich gelohnt: Sie begeisterten die Zuhörer durch schwungvolle moderne, aber auch klassische Musik. „Das war wirklich tolle Musik, das hat gutgetan“, lobte der Stammapostel.
Bericht Neuapostolische Kirche Westdeutschland
Text: Frank Schuldt, Fotos: Simon Kisselbach, Frank Schuldt, Simon Skrzypczak