Profanierungsgottesdienst in Erkenbrechtsweiler.
Am 24. November 2024 wurde in der neuapostolischen Gemeinde Erkenbrechtsweiler ein bewegender und bedeutungsvoller Gottesdienst gefeiert – der letzte in diesem ehrwürdigen Gebäude. Nach 101 Jahren voller Glauben, Gemeinschaft und unzähliger Begegnungen wurde die Kirche profaniert. Bezirksvorsteher Heiko Stähle führte durch diesen besonderen Gottesdienst, der nicht nur einen Abschied markierte, sondern auch ein neues Kapitel voller Hoffnung aufschlug.
„Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde“
Das zentrale Wort des Gottesdienstes, entnommen aus 2. Petrus 3, 13, legte den Fokus auf die Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde – ein Bild, das Trost und Perspektive schenkt. Bezirksvorsteher Stähle erinnerte in seiner Predigt an die lange Geschichte dieser Gemeinde: „Es wurde hier viel gewirkt: harte Arbeit, Liebe, Gemeinschaft und vieles mehr.“ Mit tiefem Respekt und Dankbarkeit würdigte er die vielen Generationen, die dieses Gotteshaus zu einem lebendigen Ort des Glaubens gemacht haben. „Herzlichen Dank für all das, was hier gewirkt wurde“, betonte Stähle mit bewegender Stimme.
Ein Erbe, das weiterlebt
Auch der stellvertretende Bezirksvorsteher Ralph Mattes fand tröstende Worte. „Was habt ihr hier gearbeitet, geliebt, getan – ist es umsonst? Nein!“ Er erinnerte daran, dass Kirche mehr ist als ein Gebäude. „Kirche ist ein starkes Stück vom Himmel, aber nicht an Mauern gebunden.“ Die Gemeinde Erkenbrechtsweiler war über die Jahrzehnte ein bedeutender Ausgangspunkt für viele Gläubige, die ihren Weg in die weite Welt fanden. Zahlreiche Vorsteher sind hier aufgewachsen und wirken heute mit großem Segen in anderen Gemeinden. Diese lebendige Gemeinschaft zeigt: Das Erbe von Erkenbrechtsweiler lebt weiter.
Erinnerungen und Dankbarkeit
Gemeindevorsteher Achim Vatter von der Gemeinde Voralb blickte auf seine persönliche Verbindung zu diesem Ort zurück: „Das war früher in meiner Kindheit und Jugendzeit meine alte Gemeinde.“ Er erinnerte an viele wertvolle Begegnungen und Erlebnisse und gab den Anwesenden einen hoffnungsvollen Gedanken mit: „Es wird nicht die Kirche begraben. Lediglich das Gebäude wird entwidmet – Gott bleibt.“
Ein besonders berührender Moment war der Anblick des Altars, geschmückt mit bunten Herzen, die die Kinder der Gemeinde eine Woche zuvor gestaltet hatten. „Danke für alles“, lautete der Tenor der liebevollen Botschaften – ein Ausdruck von Dankbarkeit und Hoffnung, der tief unter die Haut ging.
Ein lebendiges Vermächtnis
Zum Abschluss des Gottesdienstes las Gemeindevorsteher Michael Lehmann aus der Chronik der Gemeinde und ließ die bewegte Geschichte Revue passieren. Von den Anfängen vor 101 Jahren bis zum heutigen Tag wurde deutlich, wie viele Menschen in Erkenbrechtsweiler im Glauben gestärkt wurden und wie lebendig die Gemeinschaft war.
Der Profanierungsgottesdienst war nicht nur ein Abschied von einem Gebäude, sondern auch ein feierlicher Dank für ein Jahrhundert voller Segen und Gemeinschaft. Während die Türen der Kirche sich schlossen, bleibt die Botschaft des Tages klar: Der Geist der Gemeinde lebt weiter – getragen von all denen, die hier gewirkt haben und weiter wirken werden.
„Gott bleibt bei uns“ – Ein Kapitel endet, ein neues beginnt.