Ein Gottesdienst zwischen Wehmut und Hoffnung. Am 16. November 2025 wurde das Gebäude der Kirchengemeinde Wendlingen in einem feierlichen Gottesdienst durch Bischof Gründemann profaniert.
Zahlreiche ehemalige Mitglieder, Wegbegleiter und Gäste, unter anderem der Bürgermeister von Wendlingen, Steffen Weigel, waren der Einladung gefolgt, um gemeinsam Abschied von einem Ort zu nehmen, der über Jahrzehnte hinweg geistliches Zuhause und Zentrum des Gemeindelebens war.
Zu Beginn sprach der Bischof davon, dass er sich noch lebhaft an den Festgottesdienst zum 100-jährigen Jubiläum am 14. Juli 2019 erinnerte. Umso bewegender sei es für ihn, die Gemeinde nach über einem Jahrhundert ihres Bestehens in den neuen Gemeindeverbund zu führen.
Als Grundlage für den Gottesdienst stand das Bibelwort aus Römer 1, Vers 16: „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben …“
Der Gottesdienst wurde musikalisch eindrucksvoll getragen von einem großen Chor, in dem aktive Sängerinnen und Sänger der bisherigen und zukünftigen Gemeinde gemeinsam mit vielen ehemaligen Chormitgliedern vereint waren.
In seiner Predigt erinnerte Bischof Gründemann daran, dass trotz der Profanierung des Kirchengebäudes Wendlingen die gute Botschaft des Evangeliums weiterlebt. Die Zukunft liege darin, den eigenen Glauben zu vollenden.
Der bisherige Vorsteher der Gemeinde Wendlingen, Evangelist Frank Geiger, betonte in seinem Beitrag die Dankbarkeit für die sechs Jahre seines Dienstes und erinnerte an Schwester Wurster, die erste Gläubige, die in Wendlingen Zeugnis vom Evangelium gebracht hat und damit den Grundstein gelegt hat, für die Gründung der neuapostolischen Kirchengemeinde im Jahr 1919 in Wendlingen.
Der neue Vorsteher der künftigen Gesamtgemeinde, Priester Steffen Bürk, öffnete mit einfühlsamen Worten seine „Herzenstür“ für alle Gemeindemitglieder und hieß sie herzlich in der neuen Gemeinschaft willkommen.
Bevor der Gottesdienst mit Entwidmung und Schlusssegen zu Ende ging, las Evangelist Frank Geiger aus der Kurzchronik vor und erinnerte daran, dass die Gemeinde Wendlingen nunmehr auf eine über 106-jährige Geschichte zurückblickt, eine Wegstrecke voller Glaubenserlebnisse, die viele Generationen geprägt hat.
Im Anschluss an den Entwidmungsgottesdienst gab es bei Fingerfood und Getränken Raum für Begegnungen und Gespräche. Ehemalige wie zukünftige Gemeindemitglieder tauschten Erinnerungen aus und blickten gemeinsam nach vorn.
Zwischen Wehmut und Dankbarkeit war zugleich eine spürbare Aufbruchstimmung vorhanden, ja, eine Zuversicht, dass sich in der neuen, gemeinsamen Gemeinde neue Perspektiven eröffnen und das Miteinander weiterwachsen kann.
So endete ein besonderer Tag, der sowohl Abschied als auch Neuanfang markierte, getragen vom Vertrauen darauf, dass das Evangelium weiterwirkt und die Gemeinde auf ihrem Weg begleitet.