Den letzten Gottesdienst vor seiner Ruhesetzung am darauffolgenden Sonntag feierte Bezirksältester Joachim Raff am Mittwoch, den 13. März 2024, in der Kirche in Göppingen in Anwesenheit vieler Gottesdienstteilnehmer aus dem ganzen Kirchenbezirk. Der Gottesdienst wurde zudem per Livestream übertragen.
Der stimmgewaltige Chor setzte sich aus Sängern aus den verschiedenen Gemeinden zusammen; zudem trugen auch Vorträge der Orgel zur feierlichen und von Dankbarkeit geprägten Atmosphäre des Gottesdienstes bei.
Als biblische Grundlage verwendete der Bezirksälteste das Tageswort aus Sprüche 23, 17.18: „Dein Herz sei nicht neidisch auf den Sünder, sondern trachte täglich nach der Furcht des Herrn; denn das Ende kommt noch und dann wird deine Hoffnung nicht zuschanden.“ Zu Beginn seines Dienens wünschte er der Gemeinde, sie möge unter dem Nachdenken über Gottes Wort in seinem Haus neue Erkenntnisse gewinnen. Ähnliches habe der Psalmist Asaf gemäß dem 73. Psalm erlebt. Er blickte zunächst neidisch auf die Menschen, denen es gut geht, obwohl Gott ihnen völlig gleichgültig ist, die mit Verachtung auf andere herabschauen, mit zynischen Worten jeden unter Druck setzen und die selbstsicher und sorglos in den Tag hineinleben, während ihr Vermögen und ihre Macht immer größer werden. Solche Gedanken sind uns auch heute nicht fremd. Erst im Tempel wurde ihm klar, dass entscheidend ist, wo wir am Ende unseres Weges stehen und ob wir dann von Gott aufgenommen werden. Daraus leiteten sich die Fragen ab: „Wohin schaust du und wohin gehst du?“. Für uns Christen lautet die Antwort: „Wir schauen auf Jesus und orientieren uns an seinem Beispiel und wir gehen den Weg, den er gelegt hat, um dorthin zu kommen, wo er ist.“
Im Anschluss an seine Predigt bat der Bezirksältester Raff noch drei weitere Personen um Wortbeiträge, die jeweils musikalisch eingeleitet wurden: zuerst das jüngste Mitglied im Ämterkreis des Kirchenbezirks, Diakonin Nina Zimmermann, dann den zukünftigen Bezirksvorsteher Heiko Stähle und zuletzt seinen langjährigen Stellvertreter, Bezirksevangelist Ralph Mattes. Die Diakonin rief in ihrer Predigt dazu auf, statt neidisch auf den Nächsten zu blicken, die eigene Einzigartigkeit zu erkennen und zum Leben zu erwecken. Dies gelinge im Blick auf Jesus und unter der Leitung des Heiligen Geistes. Dann ginge es „im Steilflug“ zu Gott, auf dem Weg, den er für uns gegeben hat, und mit den Gaben, die er in uns gelegt hat. Hirte Stähle ermunterte anschließend dazu, im Nachdenken noch mehr den Blickwinkel des Herzens einzunehmen. An den scheidenden Bezirksvorsteher gewandt, dankte er ihm dafür, dass dieser bereit gewesen sei, auch einen Baum zu pflanzen, unter dessen Schatten er selbst nicht mehr sitzen könne und sich in seinem Wirken den Blick über Grenzen hinaus erhalten habe. Bezirksevangelist Mattes stellte schließlich den Gedanken in den Mittelpunkt seiner Ausführungen, dass die Dankbarkeit uns den Blick der Demut auf das eigene Leben bewahrt.
Zum Ende des Predigtteils dankte der Bezirksälteste dem Netzwerk an Amtsträgern und Glaubensgeschwistern, das ihn in seiner Wirksamkeit getragen habe und schloss mit den Worten: „Mit Gott lasst uns über Mauern springen – er hilft uns, er segnet uns, er begleitet uns!“
Nachdem die große Gemeinde miteinander Heiliges Abendmahl gefeiert hatte und nach Schlussgebet und Segen gab es für den Bezirksältesten noch eine besondere Überraschung: Die Sänger des früheren Italienischen Chores Göppingen, den dieser 1980 gegründet und fast neun Jahre geleitet hatte, trugen drei der damaligen Lieder vor, was mit großem Applaus bedacht wurde. Gerne reihte sich der Älteste dabei bei den Sängern ein. Das letzte Lied „durfte“ er dann selbst dirigieren, ehe ihm viele der Gottesdienstteilnehmer ihre Segenwünsche mit auf den Weg gaben.
Mit einem Umtrunk und Imbiss im Foyer der Kirche klang dieser denkwürdige Abend aus.