Anlässlich des Wechsels in der Leitung des Kirchenbezirks Göppingen/Kirchheim besuchte Bezirksapostel Michael Ehrich am 17. März 2024 die Gemeinde Kirchheim und feierte dort einen Gottesdienst, zu dem mit Ausnahme der Regionalgruppe Hohenstaufen der gesamte Kirchenbezirk eingeladen war. Letztere erlebte den Gottesdienst per IPTV-Übertragung in der Kirche in Göppingen. Außerdem konnte der Gottesdienst per Livestream oder Telefonübertragung empfangen werden.
Auf Wunsch des scheidenden Bezirksältesten Raff sollte die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes durch verschiedene Ensembles erfolgen und so die Vielfalt des musikalischen Wirkens im Kirchenbezirk repräsentieren. Bereits bei der Ankunft wurden der Bezirksapostel und seine Begleitung von einem freudigen Vortrag des Kinderchores empfangen. Außerdem stimmte das im Vorjahr gegründete Bezirksorchester die Teilnehmer auf den Gottesdienst ein. Weitere Liedvorträge kamen von einem italienischsprachigen Chor mit Mitwirkenden aus verschiedenen Regionen Süddeutschlands, in denen der Bezirksälteste in seiner Funktion als Betreuer der italienischen Sprachgruppe tätig gewesen war. Unter anderem trugen sie zum Gottesdienstbeginn das Lied „Come se fosse“ vor, das Bezug darauf nimmt, was wäre, wenn heute der letzte Gottesdienst wäre.
Diese Frage griff der Bezirksapostel zu Beginn seiner Predigt auf und rief dazu auf, die biblisch verheißene Wiederkunft Jesu Christ nicht aus dem Bewusstsein und aus dem Fokus der persönlichen Lebensplanung zu verlieren. Außerdem gelte es, persönliche Bindungen darauf zu prüfen, ob sie der Freude auf dieses Ereignis im Weg stehen.
Als Predigtgrundlage verlas er, passend zur Passionszeit, eine der drei Leidensankündigungen Jesu Christi nach Lukas 18, 31-33. Er zeigte dazu auf, dass die Jünger diese zunächst nicht verstanden; im Nachgang erkannten sie jedoch die darin liegende Botschaft, dass Gott alles in seinen Händen hält und dass das Leiden immer nur eine Etappe auf dem Weg zur Auferstehung darstellt. Jesus war hier nicht Opfer der Ereignisse, sondern er nahm seinen Weg aus Liebe zur sündigen Menschheit bewusst an, weil er wusste, dass dieser zur Erlösung der Menschen erforderlich war. An sein Leiden für uns wollen wir uns immer wieder dankbar erinnern. Es gibt auch heute viele Christen, die um ihres Glaubens willen leiden, oft mit Gefahr für Leib und Leben. Bei uns ist das Leiden jedoch meist geistlicher Natur. Es macht uns vielleicht zu schaffen, wie die Zahl der Gemeinden zurück geht oder christliche Werte in unserer Gesellschaft keine Bedeutung mehr haben. Leiden an sich bringen kein Heil; wir möchten uns jedoch am Beispiel Jesu orientieren und den uns zugedachten Weg in der Opferbereitschaft gehen, auch wenn er Leiden beinhaltet. Wenn wir so in der Nachfolge Jesu bereit sind, den göttlichen Willen zu erfüllen, werden wir am Ende des Weges Antworten auf unsere Fragen und Anteil an seiner Herrlichkeit bekommen.
Mit dem Vortrag „Jesus hilft“ durch Kinderchor und Klavier wurde der letzte Predigtbeitrag des Bezirksältesten Raff eingeleitet. Er zeigte auf, dass die Hilfe Jesu nicht immer unserem Zielbild entspricht. Auch der Weg Jesu war nicht einfach und sogar die ihm Nahestehenden haben ihn oft enttäuscht, aber es hat sich dennoch etwas daraus entwickelt. Dankbar unterstrich der Älteste, die Hilfe Jesu in seinem Leben immer wieder erlebt zu haben und wünschte den Anwesenden, dass der dreieinige Gott auch in ihrem Leben jeden Tag präsent ist. Seine Ausführungen in deutscher Sprache schloss er mit den Worten: „Lasst uns wachsen im Beispiel Jesu; das ist die beste Vorbereitung auf seine Wiederkunft!“. Abschließend wandte er sich noch mit einigen Gedanken in italienischer Sprache an die anwesenden Vertreter dieser Sprachgruppe.
Der Jugendchor bereitete mit dem Lied „Coming back to my Lord“ den Weg für die Gedanken von Bischof Volker Keck. Er setzte der Tatsache, dass der Herr Jesu gelitten hat, die Kirche Christi leidet und auch wir alle leiden müssen, die Zusage Jesu entgegen: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.“
Nachdem die große Gemeinde Heiliges Abendmahl gefeiert hatte, wurde dieses Sakrament durch den Bezirksapostel auch den Entschlafenen gereicht. Stellvertretend für sie nahmen Bezirksältester Raff und Hirte Kienle Leib und Blut Christi in Empfang. Eingeleitet wurde die feierliche Handlung durch den Liedvortrag des Männerchors: „Komm zu dem Lebensquell“; abgeschlossen durch einen berührenden Orchestervortrag des Liedes „Seh’n wir uns wohl einmal wieder“ mit Harfenbegleitung.
Im Anschluss erfolgten die Handlungen im Zusammenhang mit dem Leitungswechsel im Bezirk und der Gemeinde Unteres Filstal, über die in einem separaten Artikel berichtet wird (Link). Nach Gebet und Schlusssegen, fanden sich das Orchester und alle mitwirkenden Chöre zum mächtigen Schlusschor „Halleluja, der allmächtige Gott hat das Reich eingenommen“ zusammen. Viele Gottesdienstteilnehmer nutzten nach dem Gottesdienst noch die Gelegenheit, dem Ältesten im Ruhestand und den neu beauftragten Amtsträgern ihre Segenswünsche auszusprechen; bei einem Imbiss in den Nebenräumen der Kirche klang dieser besondere Tag der Gemeinschaft in schöner Weise aus.