Ökumenischer Gottesdienst auf dem Martinskirchplatz in Kirchheim.
Am Sonntag, 30. Juni 2024 fand auf dem Martinskirchplatz in Kirchheim/Teck ein ökumenischer Gottesdienst im Rahmen des Stadtfestes statt. In diesem Gottesdienst wurden die beiden Gemeinden Kirchheim/Teck und Kirchheim/Teck-Ötlingen offiziell als Vollmitglieder in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) aufgenommen. Die Abstimmung der ACK-Mitglieder erfolgte bereits in einer Sitzung der ACK Kirchheim im Oktober 2023.
Dekan Christian Tsalos (ev. Gesamtkirchengemeinde Kirchheim) eröffnete den Gottesdienst und begrüßte die Teilnehmenden herzlich. Er nannte als Gründe für diesen Festgottesdienst zum einen das Stadtfest, zum andern die Feier eines ökumenischen Abendmahls und darüber hinaus gab er seiner Freude Ausdruck, dass die Neuapostolische Kirche der beiden Kirchengemeinden nunmehr als Vollmitglieder in der ACK Kirchheim ihren Platz gefunden haben. Anfänglich mit einigem Misstrauen umgeben, hat sich die Situation so verändert, dass einer Aufnahme als Vollmitglied nichts mehr im Weg steht und damit die ACK Kirchheim bereichert wird.
Pfarrer Reiner Zimmerschitt (ev. Methodistische Kirche) sprach das Eingangsgebet.
Pfarrer Jochen Maier (ev. Kirchengemeinde der Martinskirche) und Pfarrer Franz Keil (kath. Kirche St. Ulrich) führten durch die Predigt, die ganz im Zeichen der Fußball-EM stand. Pfarrer Keil verglich eine Fußballmannschaft mit den ersten Aposteln. Sie hielten im Teamgeist zusammen und mussten sich gegen manchen Gegner wehren. Auch Rückschläge und Niederlagen gehörten dazu. Der „Chefcoach“ Jesus Christus war jedoch der, der die Mannschaft zum Erfolg führte. Pfarrer Keil sprach dann noch von den beiden „Führungsspielern“ Paulus und Petrus. Die beide brachten die Gemeinde der ersten Christen durch ihren unermüdlichen Einsatz und im Kampf gegen die Gegner (und Feinde) voran. Toleranz und Respekt, Fürsorge und Liebe waren die Grundlagen der ersten christlichen „Mannschaft“. Die beiden Apostel waren nicht immer einer Meinung und sie setzten sich auch immer wieder damit auseinander. Ja, es gab auch Konflikte, die offen ausgetragen wurden (nachzulesen in der Apostelgeschichte).
Pfarrer Keil führte die Gemeinde auf unsere Situation heute und verwies auf den Enthusiasmus von Fußballanhängern, den er sich auch für die Gemeindemitglieder wünschte. Manch Fangesang ist intensiver als ein Gemeindegesang. Der Zusammenhalt der Fans mit der Mannschaft ist auch in Niederlagen und Enttäuschungen gegeben. Auch das wünscht sich der Pfarrer für die Gemeinde. Teamgeist und gegenseitiger Respekt sind die tragenden Säulen einer erfolgreichen Fußballmannschaft. Auch das wäre schön in christlichen Gemeinden.
Priester Jürgen Briem, Gemeinde Kirchheim/Teck-Ötlingen sprach das Fürbittgebet. Er verwies darin auf die Grundlagen des menschlichen Zusammenseins und wünschte, dass wir die Unterschiedlichkeit der Menschen tolerieren, aber auch die Spaltung unter den Christen überwinden. Insbesondere ermahnte er, dass wir trotz aller Unterschiede in Herkunft und Hautfarbe, in Alter und Geschlecht, in ethnischer Zugehörigkeit und kultureller Tradition, in religiöser, politischer und sexueller Orientierung, in Ängsten und Hoffnungen, in Träumen und Visionen alle von der Sehnsucht nach Anerkennung und Geborgenheit erfüllt sind. Priester Briem bat darum, dass wir von der Blindheit befreit werden, nur einen einzigen Weg für alle zu sehen. Wir wollen in Respekt und Toleranz aufeinander zugehen und bereit zur Versöhnung sein.
Danach erfolgte die Gabenbereitung durch Pfarrer Keil. Priester Briem leitete das gemeinsam gesprochene Gebet, das Jesu selbst uns lehrte an. Anschließend wurde das heilige Abendmahl (heilige Kommunion) gefeiert.
Pfarrer Maier sprach das Schlussgebet und Dekan Tsalos spendete zusammen mit Pfarrer Keil den Segen.
Wie zu Beginn mit einem Anpfiff erfolgte auch der Schluss des ökumenischen Gottesdienstes mit einem Abpfiff durch Pfarrer Keil.
Es war ein gelungener und schöner Auftakt der beiden Gemeinden Kirchheim/Teck und Kirchheim/Teck-Ötlingen in der ACK Kirchheim als Vollmitglieder. Im Anschluss gab es noch viele Gespräche zwischen den Geschwistern. Einhelliger Tenor: Es war ein schönes Beisammensein und macht den Wunsch nach mehr lebendig.